Fastenessen in unserer PG

 In 2026, Allmannshofen, Ehingen, Ellgau, Neugier, Nordendorf, Spende, Westendorf

St. Nikolaus Allmannshofen

Glaube, Gewürze und Gemeinschaft: Pfarrer Norman kocht indisch und stellt sich in der Fastenzeit in jeder Pfarrei ein Mal an den Herd

Kaum aus dem Indien-Urlaub zurück steht für Pfarrer Norman schon ein ganz besonderer Termin im Kalender: das traditionelle indische Fastenessen. In fünf Pfarreien wird an den kommenden Wochenenden gekocht,  gewürzt und vorbereitet – mit viel Herzblut und exotischen Gewürzen aus seiner indischen Heimat. Unterstützt wird er von Kaplan Tony, ebenfalls aus Indien stammend. Den Auftakt der Reihe machte nun Allmannshofen.

Seit Jahren ist das indische Fastenseen ein fester Bestandteil im Jahreskreis der PG. Für viele Gläubige ist es längst mehr als nur ein gemeinsames Essen  – es ist Begegnung, Austausch und  ein Stück gelebte Weltkirche. Pfarrer Norman  bringt dabei nicht nur Rezepte und Gewürze mit, sondern ein tiefes Verständnis für Gemeinschaft. „Gemeinsam essen verbindet“ betont er. Und genau das wird bei seinen jährlichen Kochaktionen in den Pfarreien immer wieder spürbar. Doch ihm geht es um mehr. Er sagt: „ Man lädt jemanden zum Essen ein, weil man Gemeinschaft pflegen will. Beim Fastenessen ist der Zweck nicht nur zusammen zu essen, sondern zusammen an andere Menschen zu denken. Man kocht, man isst gemeinsam und spendet Geld an die Mission, an Arme, Kranke, Bedürftige. Viele helfen zusammen, das ist Gemeinschaft.“

Schon Stunden vor Beginn des Fastenessens in Allmannshofen liegt geschäftiges Treiben in Pfarrsaal und Küche in der Luft. Pfarrer Norman steht mit Kochjacke am Herd. Helfende Hände packen mit an: Steffi Meitinger, Nadja Rieß, Beatrice Matic, Maria Hammerl sowie eine große Ministrantenschar bereiten mit vor. Es wird geschnippelt, geraspelt, gerührt. Zwischen Kochtöpfen  und Schneidbrettern entstehen Gespräche und Vorfreude wird geteilt. „Beim Zwiebelschneiden fließen bei den Ministranten die Tränen“ bemerkt Pfarrer Norman schmunzelnd. Nicht zuletzt werden die Tische für die Gäste einladend gedeckt. Pfarrer Norman ist es ein Anliegen, „dass das indische Fastenessen das Bewusstsein stärkt, füreinander da zu sein, nicht zu egoistisch zu sein und sich umso mehr mit inneren Werten zu beschäftigen.“

Der Duft von exotischen Aromen zieht bald durch den ganzen Pfarrsaal. Auf dem Speiseplan stehen Basmati-Reis sowie Linsen mit Joghurt, Spinatblättern und indischen Gewürzen. Dazu gibt es noch Hackfleisch mit Kartoffeln und Erbsen. „Heute mit wenig Schärfe“, stellt Pfarrer  Norman klar, „so ist es in Indien oft nicht – aber man kann ja nachschärfen.“ Eine kleine Kochschule gibt’s obendrein. Er erklärt: „Die Schärfe kommt aus den Zutaten wie Chili, Ingwer, Knoblauch oder Zwiebel.“

Pünktlich zur Vorabendmesse ist alles vorbereitet. In der Kirche St. Nikolaus wird Gottesdienst gefeiert. Im Anschluss nehmen die Gläubigen gerne Platz im Pfarrsaal. Die Freude ist groß, die Portionen großzügig – die Spannung auf das kulinarische Abenteuer ebenso. „Scharf oder nicht scharf“ kann man wählen.  Wenn schließlich gemeinsam gebetet, gegessen und gelacht wird, zeigt sich, worum es Pfarrer Norman geht: Gemeinschaft erleben, an die Armen denken, miteinander teilen und über den Tellerrand hinausblicken. Die Gäste sind begeistert vom leckeren Essen und  zeigen sich großzügig. Das Spendenkörbchen für die Missionen von Kaplan Tony und Kaplan Solomon in Indien und Nigeria füllen sich reichlich.

Text und Bilder: Monika Matzner

St. Ulrich Ellgau

Bilder: Elisabeth Wagner-Engert