Abschied von Pater Horst Gasparik OMI

 In 2021, Allgemein, Holzen, PGNW

Eine traurige Nachricht hat die Pfarreiengemeinschaft Nordendorf-Westendorf aus dem Oblatenkloster bei Biberach an der Riß erreicht: Pater Horst Gasparik OMI (das Ordenskürzel steht für Oblati Mariae Immaculatae) ist verstorben. Bis zum Jahr 2015 wirkte der Seelsorger als Hausgeistlicher in Kloster Holzen, ehe er diesen Dienst nach 15-jähriger Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen beenden musste und zurück ins Mutterhaus seines Ordens zurückkehrte. Dort verstarb er nun etliche Tage nach seinem 80. Geburtstag.
Weit über die Klostergrenze hinaus war Pater Horst wegen seiner offenen, herzlichen und fürsorglichen Art sehr beliebt. Er war bekannt als guter Prediger, der die Menschen mit seinem Worten erreichte und sie auf ihrem Weg gerne begleitete. In Kloster Holzen umfasste sein langjähriges seelsorgerisches Wirken auch den engen Kontakt zu den Bewohnern des Dominikus-Ringeisen-Werks und die geistliche Begleitung der Ordensschwestern.

In der Klosterkirche wurde am Mittwoch, den 3. März eine Heilige Messe in Gedenken an den ehemaligen Hausgeistlichen gefeiert. Sterbebildchen liegen dort zum Mitnehmen auf – sie wurden vom Mutterhaus seines Ordens zu Händen der Gläubigen seines ehemaligen Wirkungsortes geschickt.

Text: Monika Matzner
Bilder: Monika Matzner, Robert Fetschele, Maria Zwerger

Text aus dem Sterbebildchen von Pater Horst:

Horst Gasparik kam 1941, mitten im Krieg, im westfälischen Gütersloh zur Welt. Ab 1946 wuchs er im benachbarten Ennigerloh auf. 1956 begann er eine Kaufmannslehre und arbeitete bis Ende 1961 als Bürokaufmann. Es folgten zwei Jahre Bundeswehr. In dieser Zeit wuchs in ihm der Gedanke, Priester zu werden. So trat er 1964 in das Spätberufenenseminar der Oblaten, ins Nikolauskloster ein. Mit dem Abitur 1968 kam Horst Gasparik als Postulant ins Bonifatiuskloster nach Hünfeld bei Fulda, um am Fuldaer Priesterseminar Philosophie zu studieren.
Zwischen 1970 und 1971 absolvierte er dann im Oblatenkloster Mainz sein Noviziatsjahr. Am 17. Oktober 1971 legte er dort die Ersten Gelübde ab. Im gleichen Jahr setzte er an der Mainzer Universität sein Theologiestudium fort. Am 1. Mai 1975 konnte Horst Gasparik in Mainz seine Ewige Gelübde ablegen. Nach der Diakonenweihe war er zunächst in den Oldenburger Oblatenpfarreien tätig. Die Priesterweihe empfing er am 22. Mai 1976 in seiner Heimatgemeinde St. Jakobus Ennigerloh.
Zwischen 1976 und 1979 war P. Horst Gasparik Kaplan in der Oblatenpfarrei St. Hedwig in Kulmbach. Dort erlitt er einen schweren Schlaganfall, von dem er sich zwar gut erholte, dessen Spätfolgen ihn aber lebenslang immer mehr beeinträchtigen sollten. 1979 wurde P. Horst Gasparik in die Gemeindemission versetzt. Zwischen 1979 und 1985 gehörte er zum Kloster Maria Engelport. 1985 folgten weitere 15 Jahre in der Gemeindemission vom Oblatenkloster in Biberach aus.
2001 wurde P. Horst Gasparik Hausgeistlicher in Kloster Holzen bei Augsburg, eine Einrichtung der Ursberger Schwestern für Menschen mit Behinderungen. Dort oblag ihm die Seelsorge an den Schwestern und den Behinderten.
2015 kam P. Horst Gasparik aufgrund seiner immer eingeschränkteren Bewegungsmöglichkeit zurück nach Hünfeld. Damit ging nach 39 Jahren sein missionarisches Wirken zu Ende.
Wo immer er auch eingesetzt war, haben ihn die Menschen aufgrund seiner heiteren Gutmütigkeit, seiner Verlässlichkeit und seiner herzlichen Verkündigung sehr geschätzt. Mehr und mehr auf sein Zimmer reduziert, verbrachte P. Horst Gasparik zuletzt seinen Lebensabend im Pflegeheim Mediana St. Ulrich. Er starb nach kurzer schwerer Krankheit am 21. Februar 2021 auf der Pflegestation des Bonifatiusklosters

„Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht.“
(Psalm 118 – Mittagsgebet des Sterbetages)

Oh Herr, gib ihm die ewige Ruhe.