Alle Jahre wieder – die Ellgauer pilgern zur Herrgottsruh-Kapelle in Oberndorf
Morgens um 06:00 Uhr ist die Welt noch in Ordnung. 25 Männer, Frauen und Kinder begannen ihren Bittgang nach Oberndorf. Auch Pfarrer Norman D´Souza und Kaplan Tony gehörten zu den Fußpilgern. Singend und betend ging es auf die rund 9 Kilometer lange Strecke zur Herrgottsruh-Kapelle in Oberndorf, begleitet von einem kurzen Regen, dann auch noch von einem Regenbogen.
Der Bittgang der Pfarrgemeinde St. Ulrich verweist auf eine lange Tradition. Der Ort wurde vor mehreren hundert Jahren von einer schrecklichen Mäuseplage heimgesucht. Diese Plage und die ständige Bedrohung des nahegelegenen Lechs veranlassten die Ellgauer damals, ein feierliches Gelübde abzulegen. Seitdem pilgern die Gläubigen alljährlich in aller Frühe zu Fuß nach Oberndorf, um Schutz vor Naturgefahren und Plagen zu erbitten. Natürlich wurde auch für eine gute Ernte und in allen persönlichen Anliegen gebetet.
Pfarrer Norman D´Souza und Kaplan Tony zelebrierten mit den Mitfeiernden, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch Auto da waren, einen Gottesdienst. Nach dem Wettersegen am Ende der Eucharistie ging es ins Oberndorfer Pfarrheim. Dort hatte der Pfarrgemeinderat unter Federführung von Beate Schafnitzel ein wunderbares Frühstücksbüfett zubereitet. Gestärkt machten sich die Pilger wieder auf ihren Heimweg.
Text: Rosmarie Gumpp
Bilder: Rosmarie Gumpp, Kaplan Tony