Wenn Geflüchtete zu Freunden werden

 In 2026, Neugier, PGNW

Im Pfarrheim Ellgau gab es eine Veranstaltung im Rahmen der Renovabis-Pfingstaktion 2026

Renovabis ist das Hilfswerk der katholischen Kirche für die Menschen im Osten Europas. Mit seinem diesjährigen Leitwort „zusammen_wachsen, damit Europa menschlich bleibt“ greift Renovabis die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung und Zerrissenheit in Europa auf – in den Partnerländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas ebenso wie in Deutschland und anderen westeuropäischen Staaten. Dazu gab es detaillierte Informationen von Thomas Schumann, dem Referenten für Öffentlichkeitsarbeit bei Renovabis. Die Menschen, die im Jahre 2023 aus Bergkarabach ins benachbarte Armenien flohen, fanden eine neue Heimat, sie bauen sich ein neues Leben auf. Doch das Ankommen ist nicht leicht. Damit aus Geflüchteten Freunde werden, braucht es mehr als ein Dach über dem Kopf.

Im Ellgauer Pfarrheim referierte darüber Dr. Harutyun Harutyunyan, Professor an der Staatlichen Universität in Jerewan am Zentrum für Interkulturelle und Religiöse Studien und Berater der NGO Community Development in Jerewan aus erster Hand. Die meisten Flüchtlinge aus Bergkarabach leben in Jerewan, weil es dort Arbeit gibt. „Sie können sich aber in Kleinstädten und Dörfern viel schneller integrieren als in Jerewan“, sagt der Referent, der perfekt deutsch spricht nach Studienaufenthalten in Münster und Eichstätt. Bei der Integration hilft die Community Development NGO kräftig mit, beispielsweise durch Tanz- und Malkurse. So kommen bereits die Kinder und Jugendlichen aus Armenien und Bergkarabach zusammen. Er erzählt auch von den Traumata der Kinder und der erwachsenen Flüchtlinge, die anfangs nur mit dunklen Farben malten. Gerade in dieser Situation sind Kirche und Caritas gefragt. Das Verb „zusammen_wachsen“ beschreibt  das christliche Verständis von gelingendem Miteinander: Menschen wahrnehmen, verbinden und begleiten über soziale, kulturelle und politische Grenzen hinweg. Die Pfingstaktion 2026 lädt ein, diese Erfahrungen in Verkündigung, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und durch Spenden solidarisch mitzutragen. Nach den Ausführungen des Referenten ergab sich ein interessanter Gesprächsaustausch. Dem Informationsabend ging ein Gottesdienst in St. Ulrich voraus, zelebriert von Pfarrer Norman D´Souza. Einleitende Worte sprach Elisabeth Sedlacek, Dankesworte der Geistliche. Zur weiteren Vertiefung gab es auch anspruchsvolles Informationsmaterial zum Mitnehmen.

Nach einem interessanten Vortrags- und Gesprächsabend stellten sich die Verantwortlichen zu einem Gruppenfoto v.l.n.r.: Referent Dr. Harutyun Harutyunyan, Pfarrer Norman D´Souza, Leiter der PG Nordendorf-Westendorf, Elisabeth Sedlacek und Thomas Schumann, Referent Öffentlichkeitsarbeit bei Renovabis.

Text und Bild: Rosmarie Gumpp

„Wie hält die Gesellschaft zusammen?“
Renovabis-Partner aus Armenien kommt in die PG Nordendorf-Westendorf

Anlässlich der bundesweiten Eröffnung der Pfingstaktion 2026 von Renovabis werden insgesamt fünf Projektpartner aus Mittel- und Osteuropa in das Bistum Augsburg zu Gast sein. Renovabis ist das Hilfswerk der Katholiken für Projekte in Mittel- und Osteuropa.
Ein Gast kommt zusammen mit einem Vertreter der Abteilung Weltkirche am Freitag, den 8. Mai 2026 nach Ellgau. Professor Dr. Harutyun Harutyunyan aus Armenien wird von seiner Arbeit zum Thema der Pfingstaktion „zusammen_wachsen – damit Europa menschlich bleibt“ berichten. Ein Thema, das uns alle betrifft, wenn der gesellschaftliche Zusammenhalt bröckelt und in Frage gestellt wird. Beginn ist um 18.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Ulrich in Ellgau mit einem Gottesdienst. Danach findet um 19.15 Uhr im Pfarrheim ein Kurzvortrag des Gastes mit Begegnung statt. Herzliche Einladung!

Den bundesweiten Startpunkt der Pfingstaktion ist ein Festgottesdienst am Sonntag, den 10. Mai 2026 um 10 Uhr im Hohen Dom zu Augsburg mit Bischof Dr. Bertram Meier, Kardinal Nemet und Renovabis-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Thomas Schwartz. Daran anschließend wird ein Empfang im Kolpinghaus stattfinden.