Gegen das Vergessen

 In 2026, Allgemein, Gebet, Holzen

In Holzen wurde bei einer Gedenkfeier der 25 Opfer der NS-Euthanasie gedacht

Eine Abordnung der Musikkapelle Ehingen umrahmte mit mehreren musikalischen Beiträgen die Gedenkfeier in der Klosterkirche von Holzen. Während der Zeit des Nationalsozialismus (1933 – 1945) wurden auch Menschen mit geistiger, körperlicher und psychischer Erkrankung aus dem Dominikus-Ringeisen-Werk zu Opfern des Regimes. Im Rahmen des NS-Euthanasieprogramms „Aktion T4“ holten Busse 25 Menschen zur Vernichtung ab, die bis dahin ihren Lebensmittelpunkt in Kloster Holzen hatten. Um an diesem Ort ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen, wurde im letzten Jahr ein Mahnmal gesetzt, geschaffen vom Künstler Joseph Michael Neustifter aus Eggenfelden. Das Mahnmal, errichtet auf einem ambrafarbenen Kalkstein, zeigt im unteren Bereich einen kauernden Menschen um ein umgestürztes Kreuz, eine Darstellung der Hilflosigkeit vieler Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus.

In ihrer kurzen Ansprache zitierte Christina Schmitt vom Meitinger Bündnis für Demokratie, Vielfalt und Menschenwürde das Grundgesetz, Paragraf 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Markus Stettberger, Bürgermeister der Gemeinde Allmannshofen mit Holzen, sprach von der Wichtigkeit, dass die Opfer der Euthanasie nie vergessen werden dürfen. Arnold Pfeiffer, Gesamtleiter Region Augsburg-Nord des Dominikus-Ringeisen-Werkes, eröffnete in der Kirche die Gedenkfeier, für die er auch verantwortlich zeichnete. Im Gotteshaus brannten 25 weiße Kerzen und die Namen der Opfer standen auf einem großen Plakat. Zusammen mit Bürgermeister Markus Stettberger stellte Arnold Pfeiffer am Ehrenmal im Nordhof der Anlage eine Blumenschale nieder. Aus Ursberg nahm Josef Liebl, Mitglied im Vorstand des Dominikus-Ringeisen-Werkes teil.

Text und Bilder: Rosmarie Gumpp