Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel

 In 2019, Aktivitäten, Ehingen, Ellgau, Feiertage, Nordendorf, PGNW, Westendorf

Am 15. August feiert die katholische Kirche das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel – ein großes Fest besonderer Marienverehrung. Verknüpft ist dieser Feiertag mit verschiedenen volkstümlichen und religiösen Bräuchen. In ländlichen Gegenden wird Mariä Himmelfahrt beispielsweise als „Büschelfrauentag“ oder „Unsere Frauen Würzweih“ bezeichnet. Maria gilt als „die Blume des Feldes und die Lilie der Täler“. Die Tradition von Blumen- und Kräuterweihen an dem Tag führen auf Geschichten um die Blumenliebe Marias zurück. Ebenso verbindet man mit dem Feiertag die Öffnung des Grabes der Gottesmutter. Statt eines Leichnams, so die Legende, fanden die Apostel darin Lilien und fruchtbare Gewächse. Der Erde soll an dieser Stelle ein wundersamer Kräuterduft entströmt sein.

Auch in unserer Pfarreiengemeinschaft werden traditionell Kräuterbüschel gebunden, die beim Gottesdienst gesegnet und anschließend in den Häusern und Wohnungen aufbewahrt werden. Vergelt’s Gott den vielen fleißigen Helfern!

Segne, Gott, die Kräuter und Blumen, die wir bringen
und segne und heile auch uns.

Segne, Jesus Christus, unsere Sehnsucht nach Gesundheit
und lass uns an Leib und Seele gesund werden.

Segne, Heiliger Geist, was dem Geiste nach krank ist an uns,
an unserer Kirche, in unseren Gemeinden und Gemeinschaften und heile uns.

So segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Impressionen aus Nordendorf

Bilder: Anton Würfel

St. Laurentius Ehingen

Am Vorabend des Fests „Maria Himmelfahrt“ wurde in der Ehinger Frauenkirche der Mutter Maria gedacht. Der Gottesdienst, bei dem auch traditionell die Kräuterbüschel gesegnet werden, wurde vom Buchdorfer Zweigesang und von einem Ensemble der Ehinger Musikanten musikalisch mitgestaltet. Kaplan Sanoj stellte in seiner Predigt die Verbindung zwischen Maria und der Segnung der Kräuter an diesem Festtag her.

Der Gartenbauverein hatte wieder zahlreiche Kräuterbüschel gebunden, die von Kaplan Sanoj am Ende des Gottesdienst gesegnet und anschließend an die Gläubigen verteilt wurden. Vorsitzende Maria Drohner-Liepert erzählte dazu die Legende, dass im Grab Marias nach ihrem Tod nur noch duftende Kräuter aufgefunden wurden. Die Spenden, die durch die Kräuterbüschel zusammengekommen sind, wird der Verein zur Renovierung der Frauenkirche und zum andern Teil der St. Gregor Jugendhilfe spenden.

Text und Bilder: Elisabeth Sedlacek

St. Georg Westendorf

Auch in diesem Jahr haben sich wieder große und kleine fleißige Helfer gefunden, die zum Fest Maria Himmelfahrt wunderschöne Kräuterbüschel gebunden haben.
Im Zuge dessen veranstaltete der Gartenbauverein Westendorf gleichzeitig ein Ferienprogramm, bei denen die Kinder Kräuterbüschel binden und so einiges über dieses Brauchtum und die Hintergründe des Feiertages erfahren durften. Die Kräuter sollen nämlich an die Kräuter erinnern, die im Grab Marias lagen. Außerdem hat Maria Blumen, Kräuter und deren heilende Wirkung geliebt.
Aus diesem Grund werden noch heute Kräuterbüschel gebunden und in der Kirche geweiht. Zu Hause werden sie zum Trocknen aufgehängt. Damit möchte man Maria zeigen, wie sehr man sie verehrt. Sie soll darauf hin die Familien vor Krankheit und Unglück schützen.

Text: Sandra Binger
Bilder: Judith Bornemann-Freund

Impressionen aus Waltershofen
St. Ulrich Ellgau

Kaplan Sanoj segnete am Ende der sonntäglichen Eucharistiefeier die Kräuterbüschel, die anschließend für eine freiwillige Spende mitgenommen werden durften. In St. Ulrich in Ellgau fand die Kräutersegnung nicht wie üblich am 15. August zu Mariä Himmelfahrt statt, sondern erst am Sonntag nach dem Marienfeiertag. 15 Frauen banden im Hof der Familie Stuhler rund 100 Krautbuschen zusammen. Dem Krautbund wird eine heilende Wirkung zugeschrieben. Aufgehängt im Haus oder im Stall soll er Mensch und Vieh das Jahr über vor Krankheiten bewahren. Der Pfarrgemeinderat wird entscheiden, was mit dem Erlös von 470 Euro geschehen wird.

Text und Bilder: Rosmarie Gumpp