PFARREIEN, KIRCHEN & KAPELLEN

Christkönig Nordendorf

Geschichtliches

Der Name der Gemeinde Nordendorf wurde 1213 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Freilegungen eines Reihengräberfeldes bei den Bauarbeiten der Bahnlinie Augsburg – Donauwörth im Jahr 1844 belegen aber schon eine alemannische Ansiedlung im 6. Jahrhundert.

Wann es in Nordendorf zum ersten Mal eine Kirche gab, ist nicht belegt. Allerdings lassen eine spätgotische Madonna mit Kind und die Inschrift auf einer Glocke aus der „alten“ Kirche vermuten, dass es bereits im 15. Jahrhundert ein Gotteshaus im ursprünglichen Ortskern, nahe der Schmutter gab.

Vor 1907 wurden in Nordendorf nur zwei Sonntagsgottesdienste im Jahr und ein wöchentlicher Werktagsgottesdienst gefeiert. 1926 wurde Nordendorf dann vom jeweiligen Kuraten von Ellgau seelsorglich mitbetreut. Am 1. Juli 1963 zog erstmals ein eigener Pfarrer im neu errichteten Pfarrhof ein. Erst am 1.6.1976 wurde Nordendorf zur selbständigen Pfarrei erhoben und von der „Mutterpfarrei“ Westendorf unabhängig. Im Zuge der „Raumplanung 2025“ wurde die Pfarrei Nordendorf als zentrale Pfarrei der PG Nordendorf benannt.

Am 3. Juni 1961 wurde die neue Christkönigskirche als Pfarrkirche im neuen Ortskern geweiht. In den 1970er Jahren wurde die „alte“ Kirche St. Jakobus abgerissen, da sie seit dem Kirchenneubau nicht mehr genutzt wurde und dem Verfall preisgegeben war.

Kirchenaufbau

Die zweischiffige Stadelkirche mit ihrem 30 Meter hohem Glockenturm ist für 450 Gottesdienstbesucher ausgelegt.

Fünf Glasfenster an der Nordseite mit überlebensgroßen Darstellungen der Propheten Jesaja, Ezechiel, Jeremias, Daniel und Sacharja sowie der in feuchten Beton geritzte Kreuzweg auf der Südseite sind Werke des Augsburger Künstlers Wolfgang Lettl. Auch das Tafelbild in der Seitenapsis entstammt aus dessen Atelier. Es stellt Maria mit dem neugeborenen Jesus Christus und die weisen Magier dar.

Der Altarraum mit seinen beträchtlichen Ausmaßen erstreckt sich über die gesamte Breite des Hauptschiffs. Der große Marmoraltar auf der erhöhten Altarinsel wird flankiert von Tabernakel, dem darüber angebrachten „Vaterauge“ und dem holzgeschnitzten Ambo vom Münchner Bildhauer Karl Hemeter. Der Ambo stellt den Evangelisten Johannes dar, wie er Gottes Offenbarung im Evangelium und in der Apokalypse niederschreibt. Von Hemeter stammt auch das große Christkönigs-Kreuz über dem Altar. Es stellt Jesus, den erhöhten Herrn und Weltenkönig dar, wie ihn der Evangelist Johannes in seiner Vision im ersten Kapitel seiner Offenbarung geschaut hat.1

1 Seht, euer König – Ein kleiner Führer durch die Pfarrkirche Christkönig Nordendorf; 2000; Pfarrer Hermann-Josef Lampart – Renate und Werner Ihm.

(von Angelika Ledermann)